PlanB ← Zur Startseite
Ernstfall

Krisen-Cockpit

Das reduzierte Live-Cockpit für den Ernstfall.

Was das Cockpit ist

Das Krisen-Cockpit ist ein reduziertes Live-Dashboard für den Ernstfall. Wenn ein Notfall eintritt, brauchen Sie nicht alle Funktionen der Plattform — Sie brauchen drei Dinge:

  1. Wer entscheidet und ist erreichbar.
  2. Welche Schritte stehen aus.
  3. Welche Pflichten laufen gerade.

Genau das zeigt das Cockpit auf einer Seite. Erreichbar über die Sidebar „Ernstfall → Krisen-Cockpit", oder durch Klick auf das rote Notfall-Banner oben am Bildschirm.

Die fünf Sektionen

  1. Lage-Header — Titel des aktuellen Szenario-Laufs, Modus (Tabletop / echte Lage), Start-Zeit, Live-Counter („läuft seit 2h 14m").
  2. Krisenstab — die fünf Pflichtrollen mit Hauptperson und Stellvertretung. Telefonnummern direkt anklickbar (tel:).
  3. Wiederanlauf-Reihenfolge — die kritischen Systeme in Wiederanlauf-Reihenfolge mit Hotline-Kontakten.
  4. Schritte — der laufende Szenario-Lauf mit allen Schritten zum Abhaken.
  5. Kommunikation — die hinterlegten Vorlagen, direkt aus dem Cockpit versendbar (siehe unten).
  6. Meldepflichten — wenn ein Vorfall existiert, die offenen Pflichtmeldungen mit Countdown.

Kommunikation: Vorlagen direkt senden

In der Sektion „Kommunikation" liegen die Kommunikations-Vorlagen als Karten — mit Badge für Zielgruppe und Kanal und einer kurzen Textvorschau. An jeder Karte gibt es:

  • „Vorlage öffnen" — zeigt den vollständigen, mit Platzhaltern gefüllten Text zum Vorlesen oder Kopieren.
  • „Per SMS senden" bzw. „Per E-Mail senden" (je nach Kanal) — öffnet den Versand-Dialog direkt im Cockpit: Empfänger auswählen, „Senden vorbereiten", dann der rote Bestätigungsklick. So lösen Sie die Alarmierung im Ernstfall ohne Seitenwechsel aus.

Empfänger sind die Mitarbeiter mit hinterlegter Mobilnummer (SMS) bzw. E-Mail-Adresse — Details im Kapitel Kommunikations-Vorlagen.

Wer hat ausgelöst?

Der Lage-Header zeigt immer den Auslöser: bei manueller Auslösung den Namen der Person (aus Web oder App), bei automatischer Auslösung durch das Monitoring das Badge „Automatisch · IT-Monitoring" mit dem auslösenden Host. Das ändert die erste Reaktion: Bei einem automatischen Alarm zuerst den System-Status prüfen, statt nach einem menschlichen Auslöser zu suchen.

Mehrere Notfälle gleichzeitig

Laufen mehrere Abläufe parallel (z. B. eine Übung und ein echter Alarm, oder Vorfälle an zwei Standorten), zeigt das Cockpit oben einen Umschalter: eine Leiste mit allen aktiven Lagen — jeweils mit Szenario-Name, Startzeit und ÜBUNG-Kennzeichnung. Ein Klick wechselt das komplette Lagebild (Checkliste, Live-Updates, Meldepflichten, Beenden-Knopf) auf den gewählten Ablauf.

  • Standardmäßig ist der zuletzt gestartete Notfall ausgewählt; startet während der Arbeit ein weiterer, bleibt Ihre Auswahl bestehen.
  • Der Beenden-Knopf wirkt immer nur auf den gerade ausgewählten Ablauf; danach springt das Cockpit automatisch zum nächsten aktiven.
  • Die Notfall-App zeigt parallel laufende Notfälle ohnehin alle als Liste auf der Startseite.

Im Hintergrund: Live-Updates

Wenn mehrere Personen gleichzeitig auf dem Cockpit oder dem Szenario-Lauf-Detail sind, sehen alle in Echtzeit, wer welchen Schritt erledigt hat. Das ist der War-Room (siehe Kapitel „Protokolle und Übungen").

Ausfallkosten-Rechner

In der Wiederanlauf-Sektion sehen Sie pro System die geschätzten Ausfallkosten pro Stunde. Im Cockpit wird daraus pro Lage live aufaddiert: „Bisher entstandener Schaden: 3.420 €". Hilft, die richtigen Eskalations-Entscheidungen zu treffen.

FORDEC-Entscheidungen

Oben im Cockpit gibt es einen Umschalter zwischen Wiederanlauf und FORDEC-Entscheidung. Damit im Ernstfall nicht nur Aufgaben abgearbeitet, sondern auch wichtige Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden.

FORDEC ist eine Entscheidungsmaske in sechs Schritten:

  • Facts — Was wissen wir sicher?
  • Options — Welche Handlungsoptionen gibt es?
  • Risks & Benefits — Welche Risiken und Vorteile haben die Optionen?
  • Decision — Was wurde entschieden?
  • Execution — Wer macht was bis wann?
  • Check — Wann prüfen wir die Entscheidung erneut?

Jede gespeicherte Entscheidung wird zusätzlich als Eintrag ins Krisen-Logbuch übernommen und erscheint damit auch im Protokoll-Export. Den Leitfaden mit einem ausgearbeiteten Beispiel finden Sie im Handbuch-PDF (Kapitel 4.5) und auf der Seite Krisenorganisation und Krisenstab.

Wann sehe ich das Cockpit?

Das Cockpit ist nur sinnvoll, wenn ein aktiver Szenario-Lauf läuft. Wenn keiner aktiv ist, sehen Sie eine leere Seite mit dem Knopf „Notfall melden" — der startet einen neuen Szenario-Lauf.

Schließen oder beenden

Wenn die Lage vorbei ist, gehen Sie auf den Szenario-Lauf-Detail (Sidebar → Protokolle und Übungen) und klicken „Lauf beenden". Damit ist die Lage geschlossen, das Banner verschwindet, das Cockpit ist wieder leer.

Feature-Schalter

Das Cockpit kann pro Mandant abgeschaltet sein (FEATURE_INCIDENT_MODE_ENABLED=false). Dann gibt es weder Banner noch Sidebar-Eintrag.

Praxis-Hinweis: Üben Sie das Cockpit mindestens einmal pro Jahr mit einer kompletten Tabletop-Übung. Bei der echten Lage muss jeder im Krisenstab das Cockpit kennen — sonst geht Zeit verloren.