Alarmierung und Eskalation
Was nach dem Auslösen automatisch passiert — Push, Slack/Teams, Quittierung, SMS-Eskalation, Entwarnung. Mit Ablauf-Grafik.
Auf einen Blick
Wenn ein Notfall ausgelöst wird, läuft in PlanB eine feste Kette automatisch ab — vom ersten Push bis zur SMS-Eskalation, falls niemand reagiert. Diese Seite zeigt die komplette Reihenfolge, damit Sie im Ernstfall genau wissen, was das System bereits für Sie erledigt hat — und was von Ihrem Team erwartet wird.
Schritt für Schritt
Minute 0 — der Notfall wird ausgelöst
Ein Notfall kann auf drei Wegen starten: von einem Mitarbeiter in der Notfall-App, von der Leitung im Web-Cockpit — oder automatisch durch das IT-Monitoring, wenn ein kritischer Alert eingeht und dem betroffenen System ein Notfall-Szenario zugeordnet ist. In allen drei Fällen passiert ab diesem Moment dasselbe, ohne dass jemand etwas tun muss:
- Push an alle registrierten Geräte — als zeitkritische Mitteilung, die auf dem iPhone Fokus-Modi wie „Nicht stören" durchbricht; auf Android klingelt sie in Alarm-Lautstärke und weckt das gesperrte Gerät als Vollbild-Alarm.
- Karte in Slack / Microsoft Teams — in den Krisen-Kanal, sofern eine Webhook-URL hinterlegt ist (siehe Kapitel „API & Webhooks").
- Eintrag im Krisenprotokoll — revisionssicher mit Zeitstempel und Auslöser. Jeder weitere Schritt des Ablaufs wird dort mitprotokolliert.
- „Aktiver Notfall" überall — die rote Karte erscheint in beiden Apps und im Web-Cockpit; die Szenario-Checkliste mit Schritten und Zuständigkeiten ist geöffnet.
Wichtig: In diesem Moment werden noch keine SMS verschickt. SMS sind die Eskalationsstufe (siehe unten) — oder werden bewusst manuell über die Kommunikations-Vorlagen versendet.
Das Quittierungsfenster — Standard 10 Minuten
Jetzt ist das Team am Zug: Jede und jeder kann den Alarm in der App mit einem Tipp quittieren — „Gesehen" oder „Ich übernehme". Der Stand ist für alle live sichtbar: Wer hat den Alarm wahrgenommen, wer hat die Führung übernommen?
Die Länge des Fensters legen Sie in den Einstellungen fest („Alarm-Eskalation", Standard 10 Minuten, 0 schaltet die Eskalation ab).
Weg A: Jemand übernimmt
Sobald mindestens eine Person quittiert hat, ist keine Eskalation mehr nötig. Das Team arbeitet die Checkliste ab und hakt Schritte ab — das funktioniert auch ohne Internet; die App überträgt den Fortschritt automatisch nach, sobald wieder Verbindung besteht. Alle Beteiligten sehen denselben Stand.
Weg B: Niemand quittiert — die Eskalation
Läuft das Fenster ab, ohne dass irgendjemand quittiert hat, eskaliert PlanB automatisch und genau einmal:
- Dringlicher, erneuter Push an alle Geräte („Noch niemand hat den Notfall übernommen").
- SMS an den gesamten Krisenstab — alle Pflichtrollen inklusive Vertretungen, an die Mobilnummern aus den Benutzerprofilen. SMS erreichen jedes Handy, ohne App und ohne Internet — die letzte Meile, die auch beim IT-Totalausfall funktioniert. Voraussetzung: Das SMS-Gateway ist konfiguriert (siehe unten).
- Hinweis in Slack/Teams und ein Eintrag im Krisenprotokoll.
- Im Ablauf-Detail der App erscheint ein Eskalations-Banner mit Uhrzeit.
Entwarnung
Wird der Notfall beendet oder als Fehlalarm abgebrochen, informiert PlanB erneut alle: Push an die Geräte und eine Karte in den Chat-Kanal. Die „Aktiver Notfall"-Karte verschwindet überall, und der vollständige Verlauf — von der Auslösung über jede Quittierung bis zum Abschluss — steht im Krisenprotokoll. Bei Übungen entsteht daraus zusätzlich der Übungsbericht (eigenes Kapitel).
Die Szenarien im Vergleich
| Szenario | Push | Vollbild (Android) | Slack/Teams | Eskalation + SMS | Dashboard-Banner |
|---|---|---|---|---|---|
| Ernstfall (App/Web ausgelöst) | ja, zeitkritisch | ja | ja | ja, nach Frist ohne Quittierung | ja |
| Automatisch (Monitoring-Alert) | ja, zeitkritisch | ja | ja | ja, nach Frist ohne Quittierung | ja |
| Übung (Testalarm) | ja, mit ÜBUNG-Kennzeichnung | nein | ja, mit ÜBUNG-Präfix | nein — Übungen eskalieren nie | nein |
| Wartungsfenster (Monitoring pausiert) | nein | nein | nein | nein | nein — Alert wird nur protokolliert |
Und zur Einordnung: Manuell versendete SMS über die Kommunikations-Vorlagen (an Mitarbeiter mit Mobilnummer) sind unabhängig von dieser Kette — sie ersetzen nicht die Eskalation, sondern ergänzen sie, z. B. für die Erstinformation an die Belegschaft.
Voraussetzungen-Checkliste
Damit die komplette Kette im Ernstfall trägt, einmal prüfen:
- App verteilt: Krisenstab und Schlüsselpersonen haben die Notfall-App gekoppelt (am schnellsten über den Massen-Rollout, siehe Kapitel „Notfall-App").
- Mobilnummern gepflegt: in den Benutzerprofilen des Krisenstabs — dorthin gehen die Eskalations-SMS.
- SMS-Gateway aktiv: serverseitig ist der seven.io-API-Key hinterlegt und das Konto hat Guthaben. Ohne Gateway warnt der SMS-Dialog deutlich und die Eskalation läuft nur mit Push.
- Eskalationsfrist passend: Einstellungen → „Alarm-Eskalation" (Standard 10 Minuten).
- Chat-Kanal verbunden: Slack-/Teams-Webhook-URL hinterlegt, falls gewünscht.
- Einmal geprobt: Lösen Sie eine Übung aus — sie durchläuft dieselbe Kette (ohne Eskalation und ohne Vollbild-Alarm) und liefert danach den Übungsbericht als Nachweis.